27. Juli 2020

Neues Gewächshaus in der Rosalind-Franklin-Straße in Betrieb genommen

Am Donnerstag, den 23. Juli 2020, konnte im neuen Gewächshaus im Südteil des Beutenberg Campus der Betrieb aufgenommen werden, nachdem die offizielle Übergabe durch das Planungsbüro und die beteiligten Firmen an das Institut in Anwesenheit von Vertretern der Max-Planck-Gesellschaft und des geschäftsführenden Direktors Prof. David Heckel erfolgt war.

Forschung unterliegt stetem Wandel aufgrund neuer Methoden und Ergebnisse. Entsprechend verändern sich auch die Anforderungen an die Technik und Ausstattung der Forschungseinrichtungen. Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie hat seine Gewächshausfläche erweitert, um unter anderem zukünftig verstärkt Untersuchungen mit Bäumen (Fichten, Pappeln) durchführen zu können. Um statistisch valide Aussagen treffen zu können, braucht man bei Experimenten möglichst viele Wiederholungen; doch Bäume brauchen viel Platz und Zeit zum Wachsen. Die Herstellung gezielter Kreuzungslinien (recombinant inbred lines) ist ein wichtiges Verfahren, um neue Gene, die z.B. für die Pflanzenabwehr relevant sind, zu finden. Dabei umfasst ein einzelner Versuchsansatz mit Kojotentabak (Nicotiana attenuata), bei dem dieses Verfahren zum Einsatz kommt, häufig mehr als 1000 Pflanzen. Das neue Gewächshaus wird auch benötigt, weil sich das Spektrum an Arten, mit dem das Institut arbeitet, erweitert hat. Ein Beispiel ist die Rosafarbene Katharanthe (Catharanthus roseus), deren Inhaltsstoffe für die Krebstherapie verwendet werden.

Auch technische Neuerung gibt es: Anders als im alten Gewächshaus, das institutsintern  wegen der Lage neben dem Institut in der Hans-Knöll-Straße jetzt HANS genannt wird, bestehen Dach und Wände des neuen Gewächshauses - ROSA genannt wegen der Lage in der neuen Rosalind-Franklin-Straße - aus einem Glas, das die natürliche UV-Strahlung größtenteils durchlässt. Eine Dachschattierung sorgt bei Hitze dafür, dass die Temperaturen im Gewächshaus gesenkt werden können, wodurch die Energie, die bei der Kühlung verbraucht würde, eingespart werden kann. .Außerdem kommt in ROSA eine Verteilung der Lampen zum Einsatz die völlig neuartig ist. „Bei dieser Methode werden Leuchten mit einem sehr großen Abstrahlwinkel gleichmäßig im Raum verteilt, um eine optimale Lichtverteilung zu schaffen. Dadurch werden weniger Lampen benötigt als in HANS und der Energieverbrauch ist entsprechend geringer“, sagt Gewächshausleiter Danny Kessler. Ein weiterer Unterschied zu HANS ist die Erzeugung der Luftfeuchtigkeit, die in ROSA durch Sprühnebel erfolgt, der aus Düsen im Dachbereich abgegeben wird.

 

 

Das neue Gewächshaus in der Rosalind-Franklin-Straße. Foto: Angela Overmeyer
Das neue Gewächshaus in der Rosalind-Franklin-Straße. Foto: Angela Overmeyer
Im neuen Gewächshaus finden unter anderem Experimente mit Pappeln statt. Foto: Danny Kessler
Pflanzen, die Naturstoffe, die Potenzial für die medizinische Anwendung haben, wie z.B. die Rosafarbenen Katharanthe, werden ebenfalls im neuen Gewächshaus kultiviert. Foto: Danny Kessler